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Hannovers Geschichte

Die Stadt Hannover entstand irgendwann im Mittelalter als kleine dörfliche Siedlung auf einer
hochgelegenen und damit hochwasserfreien Terrasse der Leine (Honovere= das hohe Ufer). Daneben
lag ein bedeutender Flussübergang, denn hier kreuzten sich zwei wichtige alte Fernstraßen.

Aus der kleinen Siedlung der Fährleute und Flussfischer entwickelte sich im Hohen Mittelalter
unter dem Schutz der Grafen von Roden eine kleine Marktsiedlung die schon bald Stadtrechte bekam
und an die Welfen verkauft wurde. 1241 stellt der welfische Herzog "Otto das Kind" ein Stadtprivileg
aus, das bis dato als älteste Erwähnung der Stadt Hannover gilt. Es war damals schon ein lebendiges,
von selbstbewußten Handwerker, Händlern und Gewerbetreibenden geprägtes Zentrum.

Im 14. Jahrhundert wurde die Stadt mit einer soliden Mauer befestigt, nur drei Tore stellten die
Verbindung zur Außenwelt her: das Leintor, das Aegidientor und das Steintor. Aus der Zeit stammen
auch die drei gotischen Kirchen, Aegidien, Markt- und Kreuzkirche, wobei die beiden ersten auf
Strukturen älterer Gebäude stehen. Hundert Jahre später wurde das Rathaus neben der Marktkirche
gebaut, heute das Alte Rathaus, das jahrhundertelang Machtzentrum der Stadt war.

Bis zum 17. Jahrhundert veränderte sich die Stadt kaum. Damals entschied sich Herzog Georg von
Calenberg, den 30jährigen Krieg lieber in einer gut befestigten Stadt zu verbringen als draußen in
einem seiner Schlösser. Er machte Hannover 1636 zur Residenz. Das alte Minoritenkloster direkt
an der Leine wurde zum herrschaftlichen Schloß ausgebaut. Gegenüber, auf der anderen Seite des
Flusses entstand die Neustadt, in der der Herzog seinen ganzen Anhang unterbrachte: Verwaltungsleute,
Bedienstete, andere, die in der Nähe des Hofes sein wollten - sie bezogen schicke Neubauten,
einheitlich in schwarz-weißen Fachwerk gebaut. Und da die Neustadt in Richtung Calenberg lag, nennt
man sie bis heute die Calenberger Neustadt. Der Herzog und seine Nachfolger machten Karriere . Sie
wurden Kurfürsten (dafür musste in die Calenberger Neustadt eine katholische Kirche gebaut werden, die
Clemenskirche) und schließlich 1714 sogar Könige, aber von England.

Während der Personalunion tat sich nicht viel in Hannover. Einzig, dass nach dem Siebenjährigen Krieg die Festungsanlagen abgebaut wurden - an ihrer Stelle entstanden großzügige Promenaden, der heutige
Friedrichswall und die Georgstraße.

Im 19. Jahrhundert, nachdem die napoleonische Zeit überstanden war, Hannover zum Königreich erhoben
und die Personalunion beendet war, wirkte in Hannover Hofbaumeister Laves. Viele Um- und Neubauten
wie die Schlösser in der Stadt und in Herrenhausen, der Waterlooplatz, der Bahnhof und das Opernhaus
sind an Laves' Reißbrett entstanden und gaben der Stadt ein charakteristisches Gesicht. Zwischen Bahnhof
und Altstadt entstand die Ernst-August-Stadt, in der sich viel Handel, Gewerbe und Dienstleistungen
konzentrierten und damit ein neues Stadtzentrum bildeten.

Nun begann die Stadt zu wachsen. Erste Eingemeindungen erfolgten, aber mit der Industrialisierung ging
es erst richtig los nach 1866, nach der Annektion durch Preußen, denn die hannoverschen Könige wollten
in ihrer Residenzstadt keine dreckige Industrie. Dafür erlebte Hannover in der Gründerzeit nach 1871
geradezu einen Boom: überall neue Industriebetriebe, neue Stadtviertel entstanden, Dörfer wurden
eingemeindet. Auch die Stadt Linden kam 1920 dazu.

Der Bau des Mittellandkanals und später der Autobahn schloß den alten Knotenpunkt Hannover auch an
moderne Verkehrsnetze an. Der zweite Weltkrieg warf die Entwicklung der Stadt heftig zurück: Fast
zwei Drittel der Gebäude lagen 1945 in Trümmern oder waren ausgebrannt, etliche Menschen waren
obdachlos. Dazu kamen auch noch viele Flüchtlinge. Es war eine harte Zeit, aber als 6,3 Millionen
Kubikmeter Trümmer geräumt waren, ging der Wiederaufbau voran.

Die Stadt erholte sich schneller als man dachte. Auf den Trümmern wurde eine moderne Stadt errichtet,
die bis heute eine Großstadt im Grünen geblieben ist, eine Landeshauptstadt mit bedeutsamen
kulturellen Einrichtungen, guten Einkaufsmöglichkeiten und überregional bedeutenden Ereignissen. Bereits 1947
wurde Hannover zur Messestadt und setzt immer noch Maßstäbe: im Jahr 2000 durch die EXPO 2000
und seit 1986 mit der erfolgreichsten und bekanntesten Messe im Informations- und Telekommunikations-
bereich, die größte Messe der Welt, der CeBIT.

Quelle: www.hannover.de